Wie finde ich den oder die passende Coach?
Coaching ist eine wertvolle Unterstützung, um persönliche oder berufliche Herausforderungen zu meistern, Klarheit zu gewinnen und Ziele zu erreichen. Doch wie findet man den oder die Coach, die wirklich zu einem passt? Die Wahl der richtigen Person ist entscheidend – nicht nur für den Erfolg des Prozesses, sondern auch für das eigene Wohlbefinden während der Zusammenarbeit.
Im Folgenden zeige ich Ihnen, worauf Sie achten sollten und welche Aspekte für eine gute und vertrauensvolle Coaching-Beziehung wirklich wichtig sind. Hinweis: Klient*innen werden im Coaching oft auch als Coachees bezeichnet. Ich verwende hier jedoch die Begriffe „Klientin“ und „Klient“, da diese klarer und weniger missverständlich sind.
Sympathie und Vertrauen: Die Basis für alles
Der wohl wichtigste Faktor bei der Wahl eines Coaches oder einer Coachin ist die persönliche Chemie. Sie müssen sich mit der Person wohlfühlen und darauf vertrauen können, dass sie Sie versteht, respektiert und wertschätzt. Studien und die Erfahrung vieler Coaches und Klient*innen zeigen: Ohne eine gute Beziehungsebene, geprägt von Sympathie und Vertrauen, können auch die besten Methoden und Techniken nicht wirken.
Das bedeutet: Hören Sie auf Ihr Bauchgefühl. Schon im ersten Gespräch – sei es persönlich oder virtuell – sollten Sie sich fragen: Fühle ich mich hier sicher? Kann ich mich öffnen? Traue ich diesem Menschen, mich durch schwierige Themen zu begleiten?
Offenheit für Ihre Fragen
Ein guter Coach oder eine gute Coachin hat keine Angst vor kritischen Fragen. Ganz im Gegenteil: Sie oder er wird Ihnen gegenüber transparent sein – sei es über die eigene Arbeitsweise, Qualifikationen oder darüber, welche Methoden angewandt werden. Nutzen Sie diese Offenheit, um die Passung zu prüfen. Einige wichtige Fragen könnten sein:
Wie gestaltet sich der Coaching-Prozess?
Welche Methoden und Ansätze kommen zum Einsatz?
Welche Ausbildung haben Sie durchlaufen?
Nehmen Sie regelmäßig an Supervision, Intervision oder Fortbildungen teil?
Welche Werte leiten Ihre Arbeit?
Professionelle Coaches und Coachinnen schätzen es, wenn Klient*innen sich gut informieren, und sind bereit, diese Fragen ehrlich zu beantworten.
Freiheit und Flexibilität
Coaching ist ein freiwilliger Prozess – und das sollte sich auch in der Gestaltung der Zusammenarbeit widerspiegeln. Achten Sie darauf, dass Sie die Freiheit haben, nach einer ersten Sitzung zu entscheiden, ob es für Sie passt, ohne sich langfristig zu binden.
Ein professioneller Coach oder eine professionelle Coachin wird keine langen, verpflichtenden Verträge voraussetzen, die Sie zwingen, für eine Vielzahl von Sitzungen zu bezahlen, die Sie vielleicht gar nicht möchten. Gleichzeitig ist es wichtig, sich ausreichend Zeit für einen Prozess zu nehmen, denn echte Veränderung braucht Raum. Aber diese Balance zwischen Verbindlichkeit und Flexibilität sollte immer in Ihren Händen liegen.
Keine Dogmen, sondern Perspektiven
Coaching sollte keine starre Lehre oder gar Ideologie vermitteln. Gute Coaches und Coachinnen arbeiten mit einem breiten Methodenspektrum und sind offen dafür, ihre Perspektiven mit Ihren zu kombinieren. Sie helfen Ihnen, neue Blickwinkel zu entwickeln, ohne Ihnen vorzugeben, was „richtig“ oder „falsch“ ist.
Das bedeutet auch, dass sie Ihre Autonomie respektieren. Ein Coaching-Prozess ist immer eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe, bei der Sie selbst die Richtung bestimmen – unterstützt durch Impulse und Fragen der begleitenden Person.
Fundierte Ausbildung und laufende Weiterentwicklung
Coaching ist keine geschützte Berufsbezeichnung, und genau deshalb ist es so wichtig, auf die Qualifikationen Ihres Coaches oder Ihrer Coachin zu achten. Fragen Sie konkret nach:
Hat die Person eine fundierte Ausbildung absolviert, z. B. an einem anerkannten Institut?
Arbeitet sie regelmäßig an der eigenen Weiterentwicklung durch Fortbildungen, Supervision und Intervision?
Gibt es ein Netzwerk, in dem sie sich austauscht?
Ein guter Coach oder eine gute Coachin weiß, dass die eigene Reflexion und Weiterentwicklung essenziell sind, um Klient*innen professionell begleiten zu können.
Vorsicht vor Sekten und dubiosen Versprechen
Achten Sie darauf, dass Ihr Coach oder Ihre Coachin nicht mit fragwürdigen Organisationen oder Sekten in Verbindung steht. Seriöse Coaches und Coachinnen arbeiten transparent und stellen keine unrealistischen Versprechen auf, wie etwa „Ich löse all Ihre Probleme in drei Sitzungen.“ Coaching ist ein Prozess, der Zeit, Geduld und Eigenarbeit erfordert – Versprechen auf Wunderlösungen sollten Sie skeptisch machen.
Die richtige Wahl treffen
Die Suche nach einem/einer passenden Coach ist eine sehr persönliche Entscheidung. Es gibt viele Kriterien, die helfen können, die richtige Wahl zu treffen, aber letztendlich zählt:
Stimmen Sympathie und Vertrauen?
Gibt Ihnen der/die Coach Raum für Ihre Entwicklung, ohne Sie zu drängen?
Fühlen Sie sich respektiert und verstanden?
Hören Sie auf Ihr Gefühl und nehmen Sie sich die Zeit, die Sie brauchen, um die für Sie passende Person zu finden. Denn Coaching ist eine Reise – und die sollten Sie mit jemandem antreten, der Ihnen auf Augenhöhe begegnet und an Ihrer Seite geht.
Fazit: Der/die richtige Coach wird Ihnen nicht vorschreiben, wie Sie zu leben haben, sondern Ihnen helfen, Ihre eigenen Antworten zu finden. Er oder sie wird Sie herausfordern, aber auch unterstützen – immer mit dem Ziel, dass Sie selbst den nächsten Schritt gehen können.